Peter Anderegg © Text und Bild |
Februar 2025 Führt eine gemeinsame Betrachtung des Infrastrukturausbaus für Schiene und Strasse zu mehr unkoordiniertem Ausbau? Im Nationalrat wird eine solche Verknüpfung angedacht. Ich glaube nicht. In einer Gesamtverkehrssicht richtig angewandt, würde eine gemeinsame Betrachtung des Bahninfrastrukturfonds (BIF) und des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) durchaus Sinn ergeben. Das würde vermutlich sogar das regionale, teilweise unlogische Ausbauwunschkonzert reduzieren. Es wäre eine Chance für eine Gesamtverkehrsstrategie, welche Schiene, Strasse und Raumentwicklung zusammen denkt. Bereits in den siebziger Jahren wurde an einer Gesamtverkehrskonzeption gearbeitet. Wir kennen jedoch ein bewährtes Mittel für eine konsistente Verkehrs- und Raumplanung – die Agglomerationsprogramme. Sie finanzieren Projekte, die Verkehr und Siedlung verkehrsträger-übergreifend zusammen entwickeln. Das funktioniert über alle politischen Ebenen – Gemeinde, Kanton und Bund. In diesem Sinn ist es auch zu begrüssen, dass das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die ETH beauftragt, die geplanten Ausbauprojekte aller Verkehrsträger zu überprüfen und Prioritäten zu setzen. Prof. Dr. Ulrich Weidmann, Professor für Verkehrssysteme am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT) der ETH wird das Team leiten. Auslöser zu dieser Überprüfung gab einerseits die Ablehnung des Autobahnausbaus und anderseits die rund 14 Milliarden Franken Mehrkosten beim Bahnausbau. Dabei muss aber auch eine stetige Steigerung des öV-Anteils am Gesamtverkehr (Modalsplit) als Ziel im Auge behalten werden. |